Eingebettet zwischen Mittellandkanal und Elbeseitenkanal liegt die Gemeinde Calberlah. Alte Bäume geben dem Dorf einen malerischen Charakter und machen Calberlah zu einer Gemeinde, von der es sich lohnt, sie näher kennenzulernen.
Die Gemeinde Calberlah besteht aus den Ortschaften Allenbüttel mit Brunsbüttel, Allerbüttel, Calberlah, Edesbüttel, Jelpke und Wettmershagen.
Die Ortschaft Calberlah war ursprünglich eine haufenähnliche Dorfanlage. Das änderte sich Mitte der 90er Jahre. Als eine der 6 Wohngemeinden für Pendler des VW-Werke wurde der Wohnungsbau in Calberlah aktiv gefördert. Durch die zahlreichen Baugebiete erhielten die Orte ein neues Gesicht und doch haben sie im Kern ihren Charme erhalten.
Geschichtliches
Der Ort Calberlah wurde erstmals 1318 als “Kaluerlege” und einige Jahre später als “Caluerla” erwähnt. Bereits 1398 wird er mit seinem heutigen Namen genannt. Calberlah gehörte zur Grafschaft “in poppendic”, die 1318 die Grafen von Woldenberg als Lehen Herzog Ottos von Braunschweig besaßen und die sie 1337 den Herzögen Otto und Wilhelm von Lüneburg verkauften. 1340 war die Grafschaft über den Papenteich den Bokmasts verpfändet. 1489 bildete Calberlah die nordöstliche Gemeinde in “Papendike”, der der Gogräfschaft Rötgesbüttel entsprach. Die Dingbänke bei Rötgesbüttel, der Gerichtsort, waren rund 9 km vom Dorf entfernt.
1848 wird Calberlah als zur ehemaligen Untergografschaft Papenteich gehörig bezeichnet. Während der kurzen Zeit des Königsreichs Westphalen war es 1810 bis 1813 dem Canton Fallersleben im Departement Oker eingegliedert.
1867 bis 1885 bildete das Amt Gifhorn mit den Ämtern Fallersleben und Isenhagen sowie Teilen des Amtes Meinersen die Kreishauptmannschaft Gifhorn, aus der bei der Einführung der preußischen Kreisverfassung am 1.4.1885 die Kreise Isenhagen und Gifhorn entstanden. Die Kreisreform von 1932 vereinigte beide mit Wirkung vom 1.4.1933 zum Kreis Gifhorn.
Am 30.6.1965 schloss sich Calberlah mit den Gemeinden Allenbüttel, Edesbüttel, Jelpke und Wettmershagen zur Samtgemeinde Calberlah zusammen, der sich am 31.5.1969 auch die Nachbargemeinde Allerbüttel anschloss.
Seit dem 15.3.1974 gehört die Gemeinde Calberlah zur Samtgemeinde Isenbüttel.
Die alte Kapelle Calberlah

Ein kleines Schmuckstück des Dorfes ist die alte Kapelle. Ihre erste Erwähnung fand die Kapelle im Pfründenverzeichnis von 1534 unter Isenbüttel. In der aus Eichenfachwerk erbauten Giebelwand befindet sich im Sandstein die Jahreszahl 1576. Sie ist vermutlich etliche Jahre älter.
1960 war die Kapelle sehr verfallen. Hoffnung auf eine Sanierung gab es nicht, denn Fördergelder waren knapp. Dann kam der Zufall dem alten Bauwerk zur Hilfe. Eines Tages entdeckte bei seiner Fahrt durch Calberlah Prof. Dr. Heinrich Nordhoff, damaliger Generaldirektor des Volkswagenwerkes, die alte, baufällige Kapelle. Sie gefiel ihm und er erkannte ihren historischen Wert. Auf seine persönliche Veranlassung hin übernahm das VW-Werk in großzügiger Weise die Hälfte der Renovierungskosten. Unter anderem musste das ganze Fachwerkgebälk und das Innere der Kapelle erneuert werden.
Am 29.10.1960 fand im feierlichen Rahmen die Wiedereinweihung der alten Kapelle statt.
Der Bahnhof Calberlah
Kaum eine Technologie hat das Leben auf dem Dorf so sehr verändert, wie der Bau der Eisenbahn. So auch in der Gemeinde Calberlah.
Die Eisenbahnstrecke von Berlin nach Hannover wurde nachdem das Königreich Hannover aufgehört hatte zu existieren und an Preußen gefallen war zielstrebig gebaut. Möglichst gradlinig sollte sie sein und Hannover musste von Berlin aus schnell zu erreichen sein und umgekehrt. 1871 fuhr der erste Zug von Stendal nach Gifhorn. Noch fuhren alle Züge an Calberlah vorbei ohne zu halten, denn Calberlah war als Haltepunkt nicht eingeplant. Das soll sich bald ändern. Am 3. November 1904 war es endlich soweit. Der erste Zug hielt auf dem neu errichteten Bahnhof Calberlah.
Die Zuglinie Wolfburg – Hannover verbindet die Industriestädte Wolfsburg, Gifhorn und Hannover. Die Regionalbahn transportierte von nun an Ziegel, Lebensmittel, Tiere und natürlich auch Personen in alle Teile Deutschlands. Für den Pendlerverkehr vor allem nach Wolfsburg war und ist die Zugverbindung ein wichtiger Standortvorteil. 1978 wurde die Bahnstrecke zu einer Hochgeschwindigkeitsstrecke umgebaut, so dass neben dem Regionalverkehr mit Stopp in Calberlah etliche Hochgeschwindigkeitszüge Calberlah passieren ohne zu halten.
Die älteren Bewohner von Allerbüttel berichten, dass noch zwischen 1950 und 1960 Lebensmittel aus Allerbüttel von Calberlah aus ins Ruhrgebiet geliefert wurden.
Die Schleuse Sülfeld
Direkt neben Allerbüttel befindet sich der Mittellandkanal. Er verbindet den Dortmund-Ems-Kanal mit Weser, Elbe und dem Elbe-Havel-Kanal.
Der Mittellandkanal ist eine Bundeswasserstraße und mit 325,3 Kilometern Länge die längste künstliche Wasserstraße in Deutschland. Übergroße Motorschiffe und Schubverbände transportieren Schrott, Kohle und Getreide sowie flüssige Güter wie Benzin, Salzwasser und andere Rohstoffe. Auch Container und andere Fertigprodukte werden auf dem Kanal befördert.
Während die Binnenschiffe auf dem Kanal ihrer Wege ziehn, lassen sich die begleitenden Betriebswege neben dem Mittellandkanal hervorragend für Wanderungen oder Fahrradtouren nutzen.
Bei Allerbüttel befindet sich die “Schleuse Sülfeld”. Die Schleuse Sülfeld überbrückt einen Höhenunterschied von neun Meter. Bei der Schleuse handelt es sich um eine Schleusengruppe bestehend aus der alten Schachtschleuse aus dem Jahr 1938 und der neuen Schleuse aus dem Jahr 2008.
Die Schleuse Sülfeld ist ein Kulturdenkmal der Stadt Wolfsburg. Sie verfügt über einen Besucherparkplatz und eine Besucherplattform und ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Die Schleuse Sülfeld ist über Allerbüttel zu erreichen.
Kirche St. Johannes d. Täufer in Wettmershagen
Die Kirche St. Johannes d. Täufer gehört zur Kirchengemeinde Wettmershagen.
Sie wurde im Jahre 1248 erstmals urkundlich erwähnt. 1337 kauften die Herzöge von Braunschweig die Kirche samt Rittergut und Dorf von den Herren von Campe. 1861 erhielt die Kirche eine Orgel.
Die kleine Kirche beherbergt eine Kostbarkeit: die Johannesfigur.
Die Johannesfigur wurde 1973 von Wilhelm Kunst in Zetel, Landkreis Friesland, aus Mooreiche geschnitzt. Sie war ein Geschenk des Sülfelder Kirchenvorstandsvorsitzenden Jürgen Schmidt. Der Vater von Jürgen Schmidt hatte sich diese Figur nach dem Vorbild der Johannesfigur in der Kirche zu Wiefelstede anfertigen lassen. Dort wurde eine solche Johannesfigur zur 900-Jahrfeier 1957 von den Kirchenältesten gestiftet.
Von dem ehemaligen Rittergut sind leider nur noch einige verfallene Gebäude erhalten.



