Am 19.5.2019 pünktlich um 10.00 Uhr startete bei schönstem Maiwetter die Vogel-Rad-Wanderung des Fremdenverkehrsverein Tankumsee Samtgemeinde Isenbüttel e.V. am Rathaus Isenbüttel. Circa 30 Interessierte nahmen an der Vogel-Tour teil. Geleitet wurde die Radtour von Lutz Bschlangaul von der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Barnbruch.

Mit der Besichtigung eines Storchennestes, das Kennenlernen der Arbeit sowie einen Blick in die Werkstatt der ornithologischen Arbeitsgemeinschaft in der Sandstraße begann die interessante Führung in die heimische Vogelwelt. Welcher Nistkasten ist für welchen Vogel geeignet? Fachkundig informierte Lutz Bschlangaul über die Eigenheiten der verschiedenen Vogelarten, vor allem der Schleiereulen.

„Auch mit einem Fledermaus-Nistkasten kann ein Laie viel bewirken“, berichtete Bschlangaul und wies darauf hin, dass Fledermäuse durch die vielen Bauaktivitäten immer weniger Nistgelegenheiten in der freien Natur fänden.

Nach dem Info-Programm ging es per Rad nach Calberlah und von dort aus am Kanal entlang Richtung Edesbüttel.

Ein Rotmilan Pärchen zog seine Kreise und damit natürlich die Aufmerksamkeit der Vogelfreunde auf sich. Den schönen Greifvogel erkennt man an seinem gegabelten Schwanz.

In Edesbüttel endet der Elbeseiten-Kanal und geht in den Mittellandkanal über. Diana Müller berichtete, dass der Elbeseiten-Kanal 115 km lang ist. Er wurde 1976 in Betrieb genommen und gehört zu den Bundeswasserstraßen.  Er ist eine wichtige Verkehrsachse für die Binnenschifffahrt in Deutschland. Weiter ging es am Mittellandkanal entlang zur Schleuse Sülfeld.

Störche am IlkerbruchIn unmittelbarer Nähe der Schleuse liegt das Naturschutzgebiet Ilkerbruch, ein etwa 125 ha großes Feuchtgebiet mit größeren Wasserflächen, auf dem viele vor dem Aussterben bedrohte Vogel-, Amphibien- und Insektenarten eine Heimat haben. Der Ilkerbruch liegt im Aller-Urstromtal. Seit 1989 steht dieses Feuchtgebiet unter Naturschutz. Hier findet man Grau- und Silberreiher sowie Grau- und Nilgänse. Von der Aussichtsplattform am Ilkerbruchsee aus konnte man an diesem Sonntag vor allem Kraniche, Kormorane, Gänse und Schwäne beobachten.

Die auf den angrenzenden Wiesen laufenden Naturrinder dienen der Landschaftspflege und Arterhaltung. Auch Konik-Wildpferde trifft man hier an.

Noch ein kurzer Stopp im Amphibien-Reservat, um Frosch, Molch und Co. zu besuchen oder durch die Unterwasserglaswand das Leben auf dem Grund des Teiches zu beobachten. Dann ging es weiter, an einem bewohnten Storchennest vorbei, zur K114 und von dort zum Vogelbeobachtungstand Ilkerbruch.

Storchennest am Ilkerbruch

„Störche füttern ihren Nachwuchs in den ersten Tagen mit Regenwürmern und Raupen“, erklärte Lutz Bschlangaul, „erst danach werden die kleinen Störche mit Mäusen und …. verwöhnt.“

 

Fischadler am Ilkerbruch

Am Vogelbeobachtungsstand an der K114 erwartete die Besucher eine große Überraschung. Nicht nur, dass der Fremdenverkehrsverein seine Gäste mit einem kleinen Snack verwöhnte, auch der Fischadler hatte sich in Sichtweite auf einer Landzunge niedergelassen und verspeiste mit Genuss einen Fisch. Sehr zur Freude der Fotofreunde, die so ausreichend Zeit für ein schönes Foto hatten.

Vom Ilkerbruch aus ging die Fahrt weiter durch die Ilkerbruch-Siedlung Richtung Barnbruch. Auch der Barnbruch ist ein Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung.  Das Naturschutzgebiet ist bei Ornithologen ein beliebtes Ausflugsziel, denn neben dem Seeadler kann man hier den Brachvogel, Bussarde, Turmfalken und viele andere heimische Vogelarten finden.

Links neben dem Fahrradweg durch die Siedlung Richtung  Tankumsee hat die Stadt Wolfsburg ein gelungenes Projekt zur Schaffung neuen Lebensraums  durch die Ansiedelung von Wasservögel und Uferschwalben realisiert. Ein gutes Beispiel dafür, wie auch heute neue Naturschutzflächen geschaffen werden können.

Vom Ruf des Kuckucks begleitet ging es weiter durch einen wunderschönen Laubwald Richtung Tankumsee.  Dort endete die Tour.

„Leider konnte ich Sie nicht auf alle Vögel, die hier leben, aufmerksam machen“, bedauerte Lutz Bschlangaul, „denn viele Vögel sind hauptsächlich in den Morgen- und Abendstunden aktiv und tagsüber nicht zu sehen.“ 

Der Tourenleiter Lutz Bschlangaul bedankte sich bei den begeisterten Radfahrern und empfahl ihnen zum Abschied, einen weiteren Besuch des Vogelschutzgebietes, um die artenreiche Vogelwelt unserer Samtgemeinde zu erkunden.

 

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Fremdenverkehrsverein Tankumsee Samtgemeinde Isenbüttel e. V.

Diana Müller

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Telefon: 05374 / 12 18

 

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